Zur Gründung des Kunstvereins Münsterland e.V.

 

Die Idee, Menschen und Kunst zusammenzubringen, ist schnell geboren. Die Überlegungen, ein Gebilde zu formen, das auch nachhaltig die Gegenwartskunst im Bewusstsein der Menschen verankert, wollen dagegen wachsen und reifen. So ist auch die Gründung des Kunstvereins Münsterland die Frucht vielfältiger Eindrücke, Gespräche und Erfahrungen.

 

Ein Impuls resultiert aus dem „Kunstpreis Münsterland“, den die damalige Sparkasse Coesfeld seit 1994 ausgelobt hat, um das Schaffen der bildenden Künstler in Nordrhein-Westfalen zu unterstützen und den Dialog zwischen Kunst und Öffentlichkeit zu fördern.

 

Die Verleihung des „Kunstpreises Münsterland 1996“ mit der Preisträgerausstellung fand im Januar 1997 auf dem Alten Hof Herding in Coesfeld-Lette statt. Dort lernten die Eheleute Kurt und Lilly Ernsting den Leiter des Kunstmuseums Ahlen, Herrn Burkhard Leismann, kennen, der den „Kunstpreis Münsterland“ konzeptionell betreute und Mitglied der Jury war. Herr Leismann hat die Gründung des Kunstvereins später beratend unterstützt und auch den Kontakt zum ersten Vereinsgeschäftsführer Herrn Dr. Uwe Schramm vermittelt, der zu dieser Zeit Geschäftsführer des Kunstvereins Dortmund war.

Einen weiteren Impuls zu einer Initiative für Coesfeld und Umgebung gab die „documenta X“ im Sommer 1997. Während eines gemeinsamen Besuchs der Eheleute Kurt und Lilly Ernsting, der Eheleute Bernd und Christa Krollzig und der Eheleute Heinrich-Georg und Birgitta Krumme in Kassel entstand der Gedanke, einen Kunstverein in Coesfeld zu gründen.

 

In der Folge galt es für die Beteiligten, weitere Interessierte für eine Vereinsgründung zusammenzubringen. Herr Dr. Uwe Schramm wurde von Herrn Kurt Ernsting als Berater damit betraut, eine Satzung zu erstellen und die Grundlagen für die Vereinsgründung zu schaffen. Als Rechtsanwalt übernahm Herr Bernd Krollzig die juristische Prüfung des Satzungsentwurfs.

 

Zu der Gründungsversammlung am 20. Januar 1998 fanden sich im Alten Hof Herding schließlich 21 Gründungsmitglieder zusammen. In der alphabetischen Reihenfolge des Gründungsprotokolls waren das:

 

Frau Thekla Bock, Gescher Herr Ulrich Bock, Gescher   

Frau Lilly Ernsting, Coesfeld

Herr Kurt Ernsting, Coesfeld  

Frau Birgit Ernsting, Coesfeld

Herr Stephan Ernsting, Coesfeld

für die Ernsting-Stiftung: Herr Hermann-Josef Beyen

Frau Marlies Fischer, Coesfeld 

Herr Dr. Jürgen Fischer, Coesfeld  

Herr Bernd Krollzig, Dülmen

Frau Birgitta Krumme, Coesfeld

Herr Heinrich-Georg Krumme, Coesfeld

Frau Rendel Pietsch, Ahaus  

Herr Dr. Michael Pietsch, Ahaus  

Frau Veralies Riedel, Coesfeld

Herr Dr. Norbert Riedel, Coesfeld

Herr Dr. Uwe Schramm, Dortmund

Frau Maria-Elisabeth Terlinde, Coesfeld

Herr Dr. Reinhard Terlinde, Coesfel

Frau Ursula Vollenbröker, Coesfeld

Herr Klaus Vollenbröker, Coesfeld

 

Zur Namensfindung war zunächst die Bezeichnung "Kunstverein Coesfeld e.V." vorgesehen. Nach lebhafter Diskussion wurde der Name "Kunstverein Münsterland e. V." gewählt, um einen überörtlichen Anspruch in Bezug auf die Tätigkeiten und den Wirkungskreis des Kunstvereins zu unterstreichen.

 

Der erste Vorstand bestand aus

 

Frau Maria-Elisabeth Terlinde als Erster Vorsitzenden, 

 

Herrn Heinrich-Georg Krumme als Zweitem Vorsitzenden

 

und Herrn Hermann-Josef Beyen als Schatzmeister.

 

Am 1. März 1998 wurde im Gebäude der Stadtwerke Coesfeld die Geschäftsstelle des Kunstvereins Münsterland eingerichtet. Zum hauptamtlichen Geschäftsführer des „Kunstvereins Münsterland e.V.“ wurde Herr Dr. Uwe Schramm bestellt. Seine Arbeit für den Verein wurde durch die großzügige Unterstützung der Familie Ernsting ermöglicht.

 

Die erste Jahresgabenausstellung konnte in den Räumen der Stadtwerke ausgerichtet werden.

 

Sein heutiges Domizil mit über 230 qm Ausstellungsfläche im Neubau der Familie Ernsting am Jakobiwall 1 in Coesfeld konnte der Kunstverein im Herbst 1999 beziehen.

 

Geplant wurde der Bau vom Architekturbüro Kurt Hericks in Coesfeld. Der Neubau entstand an geschichtsträchtiger Stelle, dem einstigen Standortes des Letter Tores, dem ehemaligen Verlauf der Umflut und dem alten Jakobifriedhof. Dort befindet sich heute das Mahnmal für die Opfer von Krieg und Holocaust. Zukünftig wird der westfälische Jakobsweg am Jakobiwall vorbeiführen.

 

Die Silhouette des Gebäudes wurde zum Logo des Kunstvereins.

 

Am 24. September 1999 wurden die neuen Räume des Kunstvereins Münsterland mit der Ausstellung „Gotthard Graubner - Radierungen“, eingeweiht. Diese Ausstellung markierte den Beginn des weiteren Auftritts des Kunstvereins in Coesfeld und Umgebung. Seit seiner Gründung präsentiert der Kunstverein Münsterland in 4 bis 5 Ausstellungen pro Jahr zeitgenössische Kunst, bringt Menschen und Kunst zusammen. Das Spektrum reicht von Malerei und Fotografie über Plastik, Videoarbeiten bis hin zum Raum- und Lichtinstallationen. Die Ausstellungen junger und renommierter Künstlerinnen und Künstler fanden regional und überregional viel Beachtung.