Der Bleistift auf dem Tisch und querfeldein 

Kristina Hoppes künstlerische Arbeit basiert auf einem spielerischen und zugleich tiefschürfenden Umgang mit assoziationsreichen Formen und Materialien. Gegenstände des täglichen Gebrauchs werden unter Berücksichtigung eines formbestimmenden Konzepts aus ihrem gewohnten Zusammenhang entfernt und zu einem neuen, vielschichtig lesbaren Bezugskontext verknüpft. Banale Dinge aus der häuslichen Umgebung wie etwa eine Anzahl hölzerner Schuhspanner oder das dreizinkige Unterteil einer Gartenhacke („querfeldein“, 1999) bilden gemeinsam mit den hinzugefügten Glasrohren und -schäften die zeichenhaft arrangierten Eckpunkte im System des von der Künstlerin beabsichtigten Einkreisens von Bedeutungen. Durch den konzentrierten Einsatz von Formen unterschiedlichster Herkunft gelingt es Kristina Hoppe, in geradezu poetischer Manier gängige Begriffsbilder wirksam zu hinterfragen und auf der Grundlage einer spielerisch inszenierten Kombinatorik wohlvertrauter Dinge neue Lesarten des Gewohnten und Alltäglichen herbeizuführen. Hoppes Kunstwerke sind erzählerisch, ohne sich in belangloser Narrativität zu verlieren. Die Titel ihrer Arbeiten („Windsbraut“, „Nest“) wecken in Verbindung mit den zum Einsatz gebrachten Materialien vielfältige Assoziationen und sind darauf angelegt, das individuelle Imaginationsvermögen des Betrachters herauszufordern.

Im Werk von Matthias Beckmann bildet die Zeichnung das dominierende Ausdrucksmedium. Seine in formaler Hinsicht einfachen, auf nur wenige Linienschwünge konzentrierten Darstellungen bergen eine hochkomplexe inhaltliche Tiefe, die sich dem Betrachter erst bei längerer, intensiver und wiederholter Betrachtung erschließt. Beckmann spielt mit vordergründigen Sinnebenen, um den Betrachter vehement in seiner Erfahrungsgewißheit zu verstören und ihn im Hinblick auf ein eindimensionales Realitätsverständnis ins Leere laufen zu lassen. Die narrative Sinnstruktur seiner Zeichnungen stellt in ihrer eindeutigen Lesbarkeit Fragen, die einen als sicher geglaubten Sinnzusammenhang aufbrechen und ihn in spielerischer Manier als poetisch-mehrdeutig entlarven.

Beckmanns Arbeiten basieren auf einer Bildsprache, deren Grundelemente Zeichen sind, die neben dem reinen Gegenstandsbezug auf Ideen und Zusammenhänge verweisen. „Die Kombination des bildnerischen Zeichenvokabulars führt zu neuen Sinnzusammenhängen. Die Dinge werden wie Buchstaben oder Wörter nebeneinander gesetzt und miteinander kombiniert“, woraus eine komplexe, mehrdeutige Bildergeschichte entsteht.

 Die Ausstellung fand in Kooperation mit der Gesellschaft zur Förderung der westfälischen Kulturarbeit, Münster (GWK) statt. Ausstellung und Kataloge wurden großzügig unterstützt durch die Westdeutsche Landesbank.

 

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