GWK – Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Kulturarbeit e.V.
Ernsting Stiftung Alter Hof Herding
Kunstverein Münsterland e.V.
Verleihung der GWK Förderpreise 2004 für Kunst, Musik, Literatur
in der Ernsting Stiftung Alter Hof Herding, Coesfeld-Lette
In diesem Jahr vergibt die GWK, Münster, je zwei Förderpreise für Bildende Kunst, Klassische Musik und Literatur. Ausgezeichnet werden junge Künstlerinnen und Künstler, die in ihrer Sparte schon Herausragendes geleistet haben und große Erwartungen für die Zukunft wecken. Die Preise sind mit insgesamt 28.000 € dotiert. Sie werden am Samstag, 04.12.2004 in der Ernsting Stiftung Alter Hof Herding in Coesfeld-Lette verliehen. Die Preisträger für Musik und Literatur werden dabei eine Kostprobe ihres Könnens abgeben. Nach der Preisverleihung wird die Ausstellung der Kunstpreisträger im Kunstverein Münsterland in Coesfeld eröffnet.
Kunst
Die beiden „GWK Förderpreise Kunst“ gehen an Susanne Kutter aus Berlin und Verena Schaukal aus Stuttgart. Susanne Kutter wurde 1971 in Wernigerode geboren, wuchs in Rheine auf und studierte an der Kunstakademie Münster, wo sie Meisterschülerin von Paul Isenrath war. Verena Schaukal wurde 1971 in Münster geboren. Sie studierte an den Akademien in Stuttgart bei Marianna Eigenheer und Burkard Blümlein, in Prag und in Paris. Mit einer Fördersumme von je 8.000 Euro, von denen ein Teil für einen Einzelkatalog verwendet wird, und mit einer Ausstellung im Kunstverein Münsterland gehören die GWK Förderpreise zu den bestdotierten Nachwuchspreisen ihrer Sparte in Deutschland. Verena Schaukal, so die Jury, breche mit ihren so perfekten wie witzigen Computeranimationen der Bilder auf Lebensmittelverpackungen die falsche Idylle der Werbewelt und unterlaufe die schönen Bilder, die sich der Konsument von der Wirklichkeit macht. Ironisch und anarchisch mache Susanne Kutter in ihren Installationen, Environments und Fotografien die existenzielle Bedrohtheit der Räume erfahrbar, in denen wir uns heimisch einrichten, als gäbe es dauerhaft Ordnung, Sicherheit und eine heile Welt.
Mitglieder der Jury waren der GWK Kunstpreisträger Matthias Beckmann aus Berlin, Prof. Katharina Hinsberg von der Hochschule für Künste Bremen, Ursula Kortmann vom Kuratorium der GWK, der Direktor des Josef Albers Museums Bottrop, Dr. Heinz Liesbrock, sowie der Leiter der Kunsthalle Göppingen, Werner Meyer, und der Geschäftsführer des Kunstvereins Münsterland in Coesfeld, Dr. Uwe Schramm, außerdem der Ausstellungsmacher und Galerist Dr. Ralf-P. Seippel aus Köln.
Literatur
Zwei mit je 2.500 € und extra honorierten Lesungen dotierte Literaturpreise gehen an zwei Lyriker, an den 33-jährigen Hendrik Jackson, der in Münster aufwuchs, heute in Berlin lebt, und an Nicolai Kobus aus Hamburg, der 1968 in Stadtlohn geboren wurde. Die Jury zeichnete Hendrik Jackson wegen seiner radikalen und kreativen Instrumentierung der Sprache aus. Virtuos verarbeite er verschiedenste Sprach- und Assoziationsebenen und die Welt-Bilder diverser Jahrhunderte zu einem ganz eigenen, höchst zeitgenössischen, zeitkritischen Stil. Nicolai Kobus sei ein Meister der Form, der auch die klassischen lyrischen Formen perfekt beherrsche, und ein Meister des Denkens aus der Sprache heraus. Dabei laufe das Formale niemals leer. Metrum und Reim seien abwechslungsreich, auch ironisch, eingesetzt, und stützen unterschiedlichste Töne sowie das Gedankliche und das spielerische Moment des Texts.
Mitglieder der Jury waren Cornelia Jentzsch, Kritikerin für den Deutschlandfunk, für Deutschlandradio und die Frankfurter Rundschau aus Berlin, ebenfalls aus Berlin kamen Frauke Meyer-Gosau, Redakteurin der Zeitschrift „Literaturen“, und Dr. Thomas Poiss, Literaturkritiker u.a. für die Frankfurter Allgemeine Zeitung und Dozent an der Humboldt-Universität. Außerdem jurierten Ursula Rolinck, GWK-Kuratoriumsmitglied aus Steinfurt, Hendrik Rost, der letztjährige GWK-Literaturpreisträger aus Gescher, und Reto Ziegler aus Wien, Lektor der Edition Korrespondenzen.
Musik
Zwei mit je 3.000 € und extra honorierten Konzerten dotierte Musikpreise gehen an die Bratscherin Lena Eckels aus Detmold und die Sopranistin Susanne Ellen Kirchesch aus Gladbeck. Lena Eckels wurde 1982 in Detmold geboren und studiert derzeit bei Barbara Westphahl an der Musikhochschule in Lübeck. Susanne E. Kirchesch wurde 1977 geboren und studiert an der Hanns Eisler Hochschule in Berlin, zur Zeit bei Anneliese Fried.Lena Eckels lebe in ihrer Musik, so die Jury. Ihr Ton habe Volumen und Wärme und sei in allen Lagen brillant und präsent. Trotz ihrer Jugend durchdringe die Bratscherin bereits die Meisterwerke der Violaliteratur und bringe sie mit Temperament und Frische auf die Bühne. Susanne Ellen Kirchesch lobte die Jury als eine ausgereifte Sängerin mit ungewöhnlich variabler, wohlklingender Stimme. Sie intoniere über alle Register hinweg exzellent und verblüffe durch ihre stilistische Vielseitigkeit und ihr weit gefächertes Reperotire.
Die Jury bildeten Renate Baum vom Künstlerdienst Köln, Prof. Stefan Froleyks, der an der Musikhochschule Münster und Prof. Peter Hoerr, der an der Hochschule der Künste Bern und der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn-Bartholdy“ in Leipzig unterrichtet. Von der Hochschule für Musik Nürnberg-Augsburg kam Prof. Christian Pyhrr, von der Hochschule für Musik Detmold Prof. Caroline Thomas und von der Musikschule Bielefeld Stephan Schulze. Außerdem jurierte Bernhard Wallerius vom WDR in Köln und Bruce Whitson von der Philharmonie Südwestfalen.
Preisverleihung und Preisträgerausstellung
Die GWK Förderpreise 2004 werden in Zusammenarbeit mit der Ernsting Stiftung Alter Hof Herding in Coesfeld-Lette und dem Kunstverein Münsterland verliehen. Die öffentliche Preisverleihung findet am Samstag, den 04.12.2004 um 16.30 Uhr auf dem Alten Hof Herding (Coesfeld-Lette, Letter Berg 38) statt. Im Anschluss wird die Preisträgerausstellung „Bitte nicht gießen!“ von Verena Schaukal und Susanne Kutter im Kunstverein Münsterland (Jakobiwall1, Coesfeld) eröffnet.
Zur Ausstellung im Kunstverein Münsterland erscheinen zwei Einzelkataloge mit beigelegter DVD zum Preis von je € 12,00.
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