Dorothée Rothbrust

Wege zur Gesundheit" lautet das Motto der 6. Coesfelder Gesundheitstage, die erstmalig in Kooperation mit dem Kunstverein Münsterland durchgeführt und von einem dezentral angelegten Ausstellungsprojekt begleitet werden. In Fachvorträgen gelangt die alternative Medizin ebenso zur Darstellung wie traditionelle Verfahren der Körpertherapie oder ganzheitlich orientierte Heilmethoden, die den Körper und die Psyche des Menschen als untrennbare Einheit begreifen.

Menschen und ihre Beziehungen zueinander, das eigene Körpererleben und die Ausdrucksfähigkeit von Gesten und Haltungen sind die zentralen Themen im Werk der Malerin und Bildhauerin Dorothée Rothbrust (geb. 1953, lebt u. arbeitet in Weil am Rhein sowie in Basel, Schweiz). Mit ihren lebensgroßen Bildern und Skulpturen wird die menschliche Gestalt zur Trägerin vielfältiger Handlungen, Stimmungen und Emotionen. Dorothée Rothbrust schafft lebensgroße Frauenfiguren aus Akazienholz, die dazu bestimmt sind, sich selbstbewusst inmitten der Welt zu bewegen. Die Künstlerin führt Begegnungen herbei, die die mal schlicht und einfarbig gehaltenen, dann wiederum mit einer vielfarbigen Oberfläche gestalteten Figuren sowohl untereinander als auch mit den Betrachtern ins Gespräch bringen. Ihre Erzählungen deuten auf persönliches Erleben in der Vergangenheit und präsentieren gewonnene Erfahrungen. Bei zu großer Nähe entzieht sich ihre vollständige Ansicht. Aus richtiger Distanz betrachtet, erschließt sich aber ihre Verletzlichkeit, die sich durch Risse, Rillen und rauhe Stellen auf der hölzernen Oberfläche bemerkbar macht. Zeichen des Lebens. Zeit des Alterns. Symbole des Vergänglichen. Die aus dem rohen Holz herausgearbeitete Körpersprache, die Kopfhaltung ihrer Figuren, deren sparsame Gestik und ihre un-mittelbare Gegenwart im Hier und Jetzt vermitteln den schlanken Gestalten ein individuelles Erscheinungsbild, das wie ein Spiegel die typischen Verhaltensweisen des menschlichen Gegenübers humorvoll und zugleich tiefgründig reflektiert. Jede Form der Annäherung ist dabei gewollte Interaktion, die nicht zwangsläufig auf den Augensinn beschränkt bleiben muss, sondern sich auch auf den Tastsinn ausdehnen kann. So eröffnet das sinnliche Kunsterlebnis den Betrachtern vielfältige Wege zu einer tiefgründigen Erfahrung der eigenen Leiblichkeit.

Die an den verschiedenen Ausstellungsorten gezeigten Kunstwerke vernetzen die beteiligten Projektpartner und lassen ihre herbeigeführte Zusammenkunft zu einem "blind date" werden. Dadurch entsteht ein neuer Raum, der zur konkreten Auseinandersetzung mit den gezeigten Kunstwerken einlädt.


Bilder und Skulpturen von Dorothée Rothbrust befanden sich an folgenden Standorten:

 Kunstverein Münsterland e.V., Jakobiwall 1

·          St.-Vincenz-Hospital, Südring 41

·          Sparkasse Westmünsterland, Münsterstr. 5

·          Katholische Familienbildungsstätte, Marienring 27

·          Volkshochschule und WBK Zentrum Wissen-Bildung-Kultur, Osterwicker Str. 29

Mit seiner Ausstellung präsentierte der Kunstverein Münsterland e.V. Zeichnungen der in Berlin lebenden Bildhauerin

Uwe Schramm

 

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