Verlassener Ort

Im Zentrum des Werks von Beatrix Sassen (geb. 1945, lebt u. arbeitet in Düsseldorf) steht die bildnerische Auseinandersetzung mit der menschlichen Gestalt. Neben lebensgroßen skulpturalen Figurationen und monumentalen Skulpturen für den Aussenraum entstehen parallel dazu eine Vielzahl von zerbrechlich wirkenden Kleinplastiken, zartfarbige Papierarbeiten und vergleichsweise rohe Fundstückassemblagen sowie plastisch geformte Körperfragmente und eine Vielzahl von kernhaft in sich geschlossene Köpfe unterschiedlichster Materialität. Die plastisch geformte menschliche Gestalt wird bei Sassen zu einer Projektionsfläche, auf der sich die intensive Beschäftigung mit Grundfragen der menschlichen Existenz niederschlägt. In den subtil ausgearbeiteten Physiognomien der Köpfe spiegelt sich das Nichtsichtbare im Sichtbaren. Träume, Ängste und Emotionen offenbaren sich als die elementaren Triebfedern eines künstlerischen Werks, das das in ihm wohnende Rätsel nur so weit preis gibt, daß es dem Betrachter zum Anlaß wird, der Spur an Bedeutung, die der Form eingeschrieben ist, zu folgen, bis sie in den Horizont des Erkennbaren tritt.

Uwe Schramm

 

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